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„Krebstherapie“ für niederländische Fussballfans

Holländer haben die für deutsche Ohren seltsame Angewohnheit, mit Krankheiten zu schimpfen. Typhus, Cholera und Krebs wünschen rüde Zeitgenossen anderen an den Hals. Besonders schlimm ist es im Stadion, wo immer wieder extrem verletztende Sprechchöre erklingen. Profis, Fans und Funktionären ist das seit Jahren ein Dorn im Auge. Apelle halfen nicht. Als beim holländischen Erstligisten AZ Alkmaar nun ein solch böses Foul von der Tribüne schallte, reagierte die Vereinsführung mit einer ungewöhnlichen Idee, um Fußballfans zur Raison zu bringen. Anneke Wardenbach berichtet.

Funkhaus Europa – Bericht hören: Piazza 19.02.2010 (mp3 2:31)

Raus, auf’s echte Eis!

Januar 2009: Nach zwölf verregneten Wintern hat der Frost in den Niederlanden endlich tausende Kilometer Gräben, Kanäle und Flüsschen in ein eisiges Wegenetz verzaubert. Das Land ist viel größer geworden. Entlegene Landschaften sind plötzlich gut erreichbar und laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Am zweiten Januarwochenende glitten schätzungsweise eine halbe Million Niederländer auf Kufen durch das Flachland. Eine Reportage von dem kollektiven Wintervergnügen.

WDR 5 – Reportage hören 1/2009 (mp3 07:53)

Bombenfischen auf der Nordsee

Längst nicht alle Bomben, die für deutsche oder englische Städte gedacht waren, wurden dort abgeworfen. Hatten die Geschwader auf dem Rückflug noch Bomben an Bord, warfen sie die explosive Fracht über der Nordsee ab. Damit zu landen, war zu gefährlich. Deshalb sind große Gebiete in der Nordsee übersät mit Bomben. Hinzu kommen Seeminen, die in den beiden Weltkriegen verlegt wurden, sowie alte Munition, die nach 1945 in der Nordsee verklappt wurde. Ab und zu tauchen Teile des Höllenzeugs (der Kampfmittelaltlasten) nach Stürmen wieder auf. So musste im Herbst 2006 die Küstenwacht den Strand bei Den Haag sperren, weil Phosphorgranaten gefunden und gesprengt wurden. Auch Fischer finden immer wieder Fliegerbomben im Netz. Jahrelang ging das gut. Bis eine Fliegerbombe auf einem Kutter drei Fischer tötete. Der tragischen Unfall löste eine große Säuberungsaktion in der Nordsee aus.

WDR 5 – Reportage hören: Thema NRW 11.01.2008 (mp3 5:37)

Warum Frau Antje Herrn Mustermann jetzt doch liebt

Wie beschimpfen wir eigentlich die Holländer? Schlimmstenfalls mit dem eher lächerlichen Begriff „Kasköppe“. Wenn die Niederländer ihrerseits speziell auf Deutsche schimpfen, sagen sie „Moffen“. Und das gilt als böses Schimpfwort. In seinem 2009 erschienenen Buch „Deutsche unter Niederländern“ hat der Journalist Ad Vaessen Erfahrungen von Deutschen aufgezeichnet, die in den Niederlanden leben. Deutschen-Feindlichkeit gibt es immer noch in den Niederlanden, musste er feststellen. So wurden ein paar Mädchen bespuckt, weil sie Deutsch sprachen, glauben die Mädchen. Auch hörte Ad Vaessen von Schimpfworten wie Nazi-Kind oder Klein-Adolf. Doch das seien heutzutage Ausnahmen. Insgesamt sei das Verhältnis zwischen Deutschen und Niederländern viel besser geworden, findet er.
Anneke Wardenbach über das verbesserte Deutschlandbild in den Niederlanden:

WDR 5 Beitrag hören: Thema NRW 9/2009 (mp3 4:02)